Wenn Worte alle sind!

Wenn man an einem gewissen Punkt im Leben kommt, an dem man feststellt, dass all das Wissen über die Dinge einem nicht dabei helfen, die Dinge wirklich immer gut zu meistern, ihren wahren Kern zu verstehen, die Dinge zu umgehen oder sie gar zu ändern, dann ist wahre Gelassenheit und Vertrauen gefragt! Es gibt so viele Menschen, die meinen,

einem dabei zu helfen ein besserer Mensch zu werden oder die einem gar erzählen, wie man sein Leben richtig gut leben kann. Doch am Ende sind wir es selbst, die wissen, was für uns gut ist und auf welcher Entwicklungsstufe wir uns befinden. Von daher können das alles gut gemeinte Ratschläge sein, aber lasst euch nicht unter Druck setzten. Das Leben ist nie nur gut! Der Dualismus der Welt ist es, der uns Wellenartig nach oben und nach unten katapultiert. Das einzige was wir ins solchen Momenten tun können, ist bei uns zu bleiben! Mein Lieblingszitat dazu stammt aus Faust!

Habe nun, ach! Philosophie, Juristerei and Medizin, Und leider auch Theologie Durchaus studiert, mit heißem Bemühn. Da steh' ich nun, ich armer Tor, Und bin so klug als wie zuvor! Heiße Magister, heiße Doktor gar, Und ziehe schon an die zehen Jahr' Herauf, herab und quer und krumm Meine Schüler an der Nase herum - Und sehe, dass wir nichts wissen können! Das will mir schier das Herz verbrennen. Zwar bin ich gescheiter als alle die L​affen, Doktoren, Magister, Schreiber und Pfaffen; Mich plagen keine Skrupel noch Zweifel, Fürchte mich weder vor Hölle noch Teufel - Dafür ist mir auch alle Freud' entrissen, Bilde mir nicht ein, was Rechts zu wissen, Bilde mir nicht ein, ich könnte was lehren, Die Menschen zu bessern und zu bekehren. Auch hab' ich weder Gut noch Geld, Noch Ehr' und Herrlichkeit der Welt; Es möchte kein Hund so länger leben! Drum hab' ich mich der Magie ergeben, Ob mir durch Geistes Kraft und Mund Nicht manch Geheimnis würde kund; Dass ich nicht mehr mit sauerm Schweiß Zu sagen brauche, was ich nicht weiß; Dass ich erkenne, was die Welt Im Innersten zusammenhält, Schau' alle Wirkenskraft und Samen, Und tu' nicht mehr in Worten kramen.

Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Featured Posts
Recent Posts
Archive
Search By Tags
Follow Us
  • Facebook Basic Square
  • Twitter Basic Square
  • Google+ Basic Square